General Daniels – The early tapes

Von einer Band die auszog ein Liedlein aufzunehmen.

In einem normalen Band-Leben kommt immer irgendwann einmal der Tag an dem es unweigerlich dazu kommt. Aufnahmen – Wir brauchen dringend Aufnahmen.

Ich verfalle immer sofort in Schockstarre wenn sich dieser böse Geist wieder einmal heimlich eingeschlichen hat. Wahrscheinlich bin ich der Einzige in der Band der diese Probleme hat – die Anderen sind eh soooo coool.

Ich bin gebranntes Kind und bei den so genannten Aufnahme-Sessions diesbezüglich so oft bestätigt worden, dass ich auch dieses mal wieder den üblichen Reflex bemerkte. Vor meinem geistigen Auge liefen sofort vergangene Versuche aus alten Tagen ab. Immer die gleichen Abläufe : Spielen, Aufnahme anhören, Spielen, die Aufnahme anhören , Spielen, die Aufnahme ….. – und das immer mit dem selben Lied. Dabei war das Grausamste die Diskussion der gehörten Mitschnitte. Ich will mehr Bass, die Gitarren sind zu laut oder zu leise, Gesang ist eh unerträglich, etc, etc, etc. Am Ende der Session, nach ca 3-4 Stunden, wurde der nächste Termin schon geplant um dann beim Nächsten Mal das Gleiche Ritual durchzuführen. Da diese Recording-Orgie mit bandeigenen Mitteln gemacht wurde, die natürlich wie immer sehr begrenzt sind,  war das Resultat der Geschichte wenig berückend. Mit dem Entschluss beim nächsten Mal das Ganze etwas besser zu machen, wurde  die CD (oder Cassette) mit der Aufnahme einem der Bandmitglieder zur weiteren Bearbeitung übergeben und damit auf Nimmerwiedersehen dem Vergessen überantwortet. Auf jeden Fall war jetzt wieder für eine Weile Ruhe und man konnte wieder Spaß am Rocken haben- Bis zum nächsten Mal….

Jetzt war es also wieder soweit – und diesmal Im Studio – So, so die feinen Herren machen auf große Welt. Gut, ich bin jetzt relativ neu in der Band, aber wahrscheinlich läuft das hier genauso ab. Und Studio, ich habe schon Aufnahmen von Bands gehört die auch die Hilfe von Professionellen in Anspruch genommen hatten und das Resultat hatte mich nicht mehr mitgerissen als das Kratzen von Fingernägeln auf Schultafeln.

Alles schien auch diesmal wie gewohnt, und dennoch fing es irgendwie anders an :

Part 1. Das demokratische Ritual : Songauswahl

Das erste mal, wodurch ich irritiert wurde, war die Tatsache, dass sich ernsthaft Gedanken gemacht wurden was denn eingespielt wird. Es sollte ein Titel für einen Lokalen Sampler aufgenommen werden und dann noch ein Paar als Demo’s für Bewerbungen. Toll, das ist schon mal ein guter Ansatz, aber jetzt kommt gleich das Hauen und Stechen bzgl. der Titelauswahl. Pustekuchen. Der Tiger soll’s sein. Der soll dann auch auf die Platte. Und dann noch der „Stranger“. Claus sagt „Sharona“ und hat das sofortige Wohlwollen Aller. Meine „POP-Ader“ lässt mich noch „I want you“ sagen und alle stimmen ein: „Ja diese Viere soll’n es sein“ – Hä ???  Hat sich soeben Nord- und Süd-Korea verbrüdert oder was ist los. Hat uns der General ein Zeichen gegeben ?  Ist die Erde etwa eine Kugel ?


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