The early tapes – Teil 5

Part 5 : Duelling Banjos : Wie aufregend ist das Axman-Leben,  Faria Faria Ho

Jetzt kommt endlich die 6 Saiten-Fraktion zum Einsatz, die  in den bisher vergangenen 4,5 Stunden nur mehr oder weniger lethargisch auf den locker verteilten Sitzensembles rumgelümmelt hatte. Tja wenn der Kuchen singt, müssen die Krümel Konditoren schweigen. Unglaublich wie ein bisschen Singerei in engen Räumen das Selbstwertgefühl immens steigert, wenn man wieder rausgelassen wird. Manche Sänger werden ja dort auf ewig lebendig versiegelt – oder hat schon mal jemand wieder was von Olli P gehört ?

Aber jetzt kommt die große Stunde – Die Röhren der Verstärker werden vorgeglüht, die Plektren in Talkum-Puder gewendet und in die eingewachsene Vorrichtung zwischen Zeigefinger und Daumen geklinkt. Der rechte Arm wird zur Ausgangsstellung der legendären Pete Townshend Windmühle erhoben. Die Spannung die in der Luft liegt lässt das einfache Atmen erscheinen als ob man gerade auf einem über 10.000 Meter hohen Gipfel dünne Luft atmet, während der Jeti in einen kleinen schwarzen Body eine schöne Tasse „Reinhold Messmer“ Tee serviert. Claus und Rainer sind bereit für die Aufnahme ihres Lebens alles zu geben. Alles wartet auf den erlösenden Anzähler aus den Boxen und dann kommt es: „Zuerst der Klaus mit dem Tak Tak Tak, bitte 5 mal hintereinander, damit wir das nicht einfach nur doppeln müssen.“  Aus der Traum des Gitarrenduell in Lichtgeschwindigkeit. Oli sagt was geht und es geht –  Rainer, denn der kommt erst später dran.

Claus kann jetzt aber alles rauslassen was er hat – er kann sich voll entfalten denn er darf den Rhythmus – Part von „Perfect Stranger“ in einem Take durchspielen und das nicht nur einmal, nein 5mal oder so. Heissa, das macht Freude. Claus strahlt. Aber er wäre nicht Claus wenn er es nur einfach bei der soliden Gitarrenarbeit belassen würde. Nein, wie man es von ihm auf der Bühne nicht anders kennt, ist er schon bei den ersten Takten dabei den Rhythmus mit dem Bein mitzustampfen. Bereits nach dem Intro steht er beitbeinig vor seinem Verstärker und wiegt in guter alter Status Quo Boogie Manier von Fuß zu Fuß, während seine wallende Mähne den Gitarrenhals bedeckt und das Sustain seiner ständig vibrierenden Saiten noch um ein Vielfaches verstärkt. Nach dem 2ten Refrain gibt es für Ihn kein Halten mehr. Da wir das bereits von der Bühne kennen, haben wir wohlwissend schon einmal alle zerbrechlichen Gegenstände aus dem Fenster geworfen. Besonders Oli’s Regiestühle, die ihm über Alles  heilig sind,  sind in Sicherheit gebracht.  Da, jetzt passiert es . Claus macht den „Chuck Berry walk“ aber nicht die einfache Variante, nein bei Ihm sind Ansätze von Jacksons Moonwalk und einem Purzelbaum enthalten. Er nutzt dabei den gesamten Raum den das Studio bietet. Jetzt da er in der äußersten Ecke angekommen ist, nimmt er Anlauf und rutscht auf seinen Knien entlang des Mischpultes, vorbei an der Kaffeemaschine und der Plasma-Leuchte und kommt mit dem Schlussakkord direkt vor seinem Verstärker zum Stillstand. Ein Glück ist das Stück nur 4,5 Minuten, ansonsten hätte er sicherlich mit einem seiner typischen Stage-Dives geendet – was hier im 8ten Stock sicherlich problematisch bei der Aufnahme gewesen wäre- da das Kabel bestimmt nicht bis unten gereicht hätte. Ja so ist Claus. So und jetzt das Ganze wie gesagt noch 4 mal.

9.912 Responses to “The early tapes – Teil 5”