The early tapes – letzter Teil

Part 7  Die Mischung machts – „Knoblauch/Nuߓ oder „Kümmel/Krokant“ ?  

Himmel Hilf, bzw. Olli, laß ein Wunder geschehn’.

2.657 Millionen Spuren müssen auf Hörstärke verdünnt werden, sprich es kommt noch etwas Arbeit auf uns zu. Zu diesem Zweck kommt die gesamte Band zurück an den Tatort. Termin gefunden (Ich staune schon wieder) und alle sind da (Ich staune noch mehr). Alle waren  natürlich schon auf das was jetzt kommen würde vorbereitet. Wir hatten jeder einen Roh-Mix der Stücke, der von Jedem der Beteiligten auch eifrig gehört und bewertet werden sollte. Ich hatte mir die Songs in meinen IPod geladen und dort so oft gehört, dass in der automatisch erstellten Hitliste von ITunes „All_time Charts“ die Spitzenpositionen bis ins Jahr 2045 kaum mehr eingeholt werden können – schon mal ein kleiner Vorgschmack was mit den fertig abgemischten Stücken in den echten Charts passieren wird – Robbie, pass auf wir kommen !!!

Zurück zur Realität:

Das Drum läuft jetzt solo – Auf geht’s die Mischung ruft : Die Bass-Drum1  braucht noch etwas Bumms – Olli legt Hand an. Snare mit Hall – Olli dreht. High-Hat (heißt es der oder die High-Hat ?!?) ist etwas schrill – Olli sagt das muss etwas höher klingen, das geht bei normalen Boxen sonst unter, aber Olli schraubt. Tom 1 dröhnt etwas – Olli macht. Tom 2 ist etwas zu mittig – Oli bastelt. Tom 3 ….  (Jetzt muss man wissen das Ralf mit seinem Instrument seit 15 Jahren im Guinessbuch der Rekorde steht als Besitzer des größten Drumkits des Universums. Er hatte damals, als er von  Hamburg wegzog um die große, weite Welt zu erleben, seinen Krabbenkutter erst gegen ein Fesselballon, diesen gegen ein original indianisches Wigwam aus Otter-Fell und letzteres schließlich gegen das heutige Schlagzeug eingetauscht. „Ralf im Glück“ ist seit diesem Tag stolzer Besitzer und Transporteur eines 7.849- teiligen Drumsets incl. Double, Tripple und Quatro-Bass. Ein weiterer Tausch gegen einen Starschnitt der Kelly-Family scheiterte in letzter Minute. Gründe wurden nicht überliefert –  Anm.des Authors).  Woops – schon fertig. So jetzt mal das ganze Drumset laufen lassen. Läuft. Oh, die BassDrum1 hat jetzt etwas zu viel Bumms – Olli ……  Na ja, letztendlich war Ralf zufrieden und das Ganze ging dann doch recht schnell über die Bühne. Jetzt Gösta’s Bass. Erst alleine und dann zusammen mit dem Drum. Olli weiß was zu tun ist und wir geben unseren Senf dazu. So geht das Ganze über alle Instrumental Spuren : Rhythmus Gitarre 1-13, Solo Gitarre 1-256, etc bis der Instrumental-Mix allen Anwesenden zusagt.  

Nun der Gesang. Ein Segen sind die vielen kleinen technischen Spielereien die man so einer Stimme angedeihen lassen kann. Hall, Gate , Frequenzkorrektur (keine Tonhöhen-korrektur – ich bin empört das man mir so etwas zutraut), Ovomaltine, Desoxiribonucleinsäure, Mopsgeschwindigkeit, Wiener Apfestrudel, Delay und all das was die Raumfahrt halt als Nebenprodukt bei der Kontaktaufnahme mit Außerirdischen so entwickelt hat.

Ich klinge wie, wie, wie – der Name fällt mir nicht ein, egal – aber kommt gut. Jetzt noch die Background-Spuren. Dummerweise habe ich versucht bei „Perfect Stranger“ kreativ zu sein und habe einen Mini-Kanon mit mir selbst gesungen (Schizophrenie pur), wie ich finde, jetzt wo ich es auf der Aufnahme höre, völlig unnötig. Die Anderen wollen es behalten. Mist. Egal Olli macht das schon. 

Diese Zeremonie wird jetzt mit jedem Stück gemacht und dieser Prozess dauert mindestens genau so lange wie das Einspielen benötigt hat. Aber am Ende hat sich die gesamte Arbeit dann doch gelohnt. Wir hatten eine Menge Spaß. Wir haben Erfahrungen gesammelt die wir gerne einmal wiederholen wollen – und wenn dann bestimmt auch wieder bei Olli.  Ich konnte meine Vorurteile „Aufnahmen sind nur Zeitverschwendung“ komplett revidieren (Allerdings sollte man das in solch einen Rahmen machen  und nicht mit ein paar Mikros im Muckeraum – Auch wenn es etwas Geld kostet).

Und wir haben 4 Aufnahmen im Kasten die sich hören lassen. Mal sehen wie wir die jetzt an den Mann/die Frau bringen.  

The End    gez.  Rosamunde “Brosi“ Pichler

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