RIP – Gone but not forgotten 1

Da dieser Blog sich mit Allem in, auf und um die Musik herum beschäftigt – jedenfalls meistens – kommen auch mal die dunklen Seiten des Business zur Sprache. Und dies passiert zum Beispiel jetzt:

2 Lichtgestalten haben sich in den letzten Wochen in die ewigen Jagdgründe verabschiedet.   Zum einen Buck Page (84) und Danny Flores (77). 2 absolute Meilensteine im Unterhaltungsgeschäft die fast jeder kennt.  „Ich nicht“ sehe ich schon den einen oder anderen denken und demjenigen sei ein eindeutiges „Doch“ entgegengeschleudert. Diese beiden Namen sind der Beweis , das man mit kleinen Dingen/Aktivitäten Unsterblichkeit erreichen kann. Beispiele außerhalb des Musikbusiness gibt es schon viele : Armstrong hat einen kleinen Schritt getan der der Menschheit einen großen in selbigen versetzt hat. Monica Lewinski hat nur einmal den Mund zu voll genommen und „Zack“ – schon berühmt. Aber das geht natürlich nur einmal. Wer einfach nur nachmacht und sich nichts Neues einfallen lässt, hat auch schon wieder verloren. Nach Armstrong war kein Freigang im luftleeren Raum mehr so interessant dass man sich den Spaziergänger gemerkt hätte. Und Paris Hilton musste schon etwas mehr einstecken um ihren Namen zu etablieren.

Zurück aber zu unseren lieben Verblichenen die, trotz zunehmender Verwesungsaktivitäten, unsterblich sind und bleiben werden.  

Zeitsprung: Mitte/Ende der Siebziger, Sonntags, später Nachmittag. Im TV verbrennt gerade eine Landkarte und aus dem Off reiten uns 4 Recken entgegen: Hoss, Adam, Little Joe und Pa. Auf zu neuen Abenteuern und ohne Werbung in der Mitte, denn wir sind im Öffentlich Rechtlichen. Untermalt wird diese Szenerie durch eine Musik die durch ein Gitarren-Riff dominiert wird: „Dam Dadadam  Dadadam Dadadam DaDaDa, Dam Dadadam Dadadam Dadadam Dadadam DamDam DaDa“.  Bonanza wäre nicht Bonanza ohne dieses Intro und das war : Buck Page. Dieser kleine Gitarrenpart ist mindestens so bekannt wie die Riffs von „Smoke on the water“, „Highway to Hell“ oder „Der Junge mit der Mundharmonika“ und darum gebührt Ihm auch ein Stern in den Analen der Rockgeschichte.

Ähnlich verhält sich die Angelegenheit mit den zweiten werten Verblichenen. Ich sage nur „Tequilla“. Das soll jetzt keine Aufforderung sein, sich Salz und Zitrone auf die Hand zu schmieren oder im Garten Regenwürmer zu suchen, um diese dann in der genannten Substanz zu ertränken. Nein, ich möchte an ein Lied erinnern das selbigen Titel hat. Vornehmlich wurde dies in Spielfilmen genutzt die in den 50ern spielten und einen Abschlussball, oder ähnliche Tanzgelage beinhalteten. Üblicherweise wurde bei diesem Lied der später grassierende Tanzwahn im Rudelformationstanz, der Mitte der 70 so gern zelebriert wurde, vorweggenommen. Halbwüchsige Chaoten bewegten sich in merkwürdig choreographierten Abläufen durch die Szenerie (Mischung aus Raumpatrouille Orion Afterwork Party und den Plumpsack-Ringelreih aus Kli-Kla-Klawitter) um dann kurzfristig in der Bewegung zu erstarren um das Highlight dieses eigentlich instrumental ausgelegten Stückes zu huldigen : „Tequilla“. Diese tiefe Stimme die die Quintessenz eines ganzen Jahrzehnts auf ein Wort komprimiert hatte gehörte : Danny Flores.

Ich weiß nicht was die beiden Kollegen den Rest der Zeit gemacht haben, aber diese großen Momente Ihrer Schaffenskraft werden überdauern. Noch lange wenn auch wir schon die 24 Reinkarnation hinter uns haben, werden Wiederholungen der Bonanza’s  oder Super Hippe Sampler aus der goldenen Zeit des Rock&Roll diese Juwelen in Erinnerung zurückrufen.

Ich werde mich jetzt jedenfalls kurz zurückziehen und ein bisschen Gitarre klimpern und/oder wahllos ein paar Wörter rufen in der Hoffnung auch ein bisschen unsterblich zu werden.

9.648 Responses to “RIP – Gone but not forgotten 1”