Advent – … when the smoke is going down 2

Sonntag minus 2   13:30 Uhr. Der vereinbarte Termin. Der vereinbarte Ort. Jetzt gilts, die Operation läuft an. Treffpunkt Generalhauptkommando Seesen Nord/West –  Kirchberg – da wo der Teich zu Ende ist und der große, immer volle Wagen vor der Türe steht. Noch bevor ich das abgestimmte Klingelsignal (Je taime in G-Dur) morsen kann, springt mir Janus der Torwächter entgegen. Schau an, die reißende Bestie hat eine eigen Tür in der Tür. Raffiniert – eine bessere Frühwarnstufe habe ich nie bisher gesehen. Gut das ich die Parole kenne um die Gefahr zu bannen „Na du Zwerg, ist Herrchen zu Hause“. Kaum ausgesprochen verwandelt sich der Werwolfgleiche Angreifer zurück in seine Tarnung, einen Zwergrauhaar  der niedlichen Sorte. Mittlerweile hat man mein Kommen bemerkt und ich konnte eintreten. Schau an , der Torwächter hat noch andere Tricks darauf. Soeben hat er sich in eine grau-getigerte Katze verwandelt – Genial. Egal. Gösta und Olli sind bereits vor Ort. Sie waren bereits am Vormittag unterwegs gewesen die Anlage zu beschaffen. Inkognito aber legal. Den Turmbau zu Babel habe Sie bereits auf das Schlachtfeld geschafft. „Rainer schlägt rücklings wenn er die Teile sieht, aber die hatten nicht Kleineres!“  Der arme Kangoo der den Kram samt Hänger von Goslar nach Kirchberg knechten musste tut richtig leid. Claus kam mittlerweile auch hereingeschneit so dass die erste Angriffswelle laufen konnte.

Ortwechsel. Das erste Mal seid einem Jahr zurück in den heiligen Hallen des Kornspeichers. Hier soll es also passieren. Die Iden des März, die Schlacht um den Elbenwald, das Konzert der Konzerte. „Haben wir den überhaupt schon ein Paar Karten verkauft, damit sich der ganze Stress lohnt?“ Gösta sagt „ja“ ich frage „wieviel?“ Gösta sagt „Ausverkauft“ Ich sag „Gösta“ er sagt „Wot“ ich sagt „Gösta“ er sagt „Wot“  Ich sag „G…“  Schluß, es geht mit mir durch. (Zuviel 80er Pop-Mucke gehört in letzter Zeit. Sorry). „Ausverkauft !!!“  Welch Wohlklang dieser Worte, wir, die kleine tapfere Band aus dem Vorharz sind „Ausverkauft !!!“. Keine Maus geht mehr rein. Nicht eine, nicht mal ne kleine, Nicht mal der kleinste zwergenwüchsige Schwippschwager einer Maus geht mehr rein. Andere haben fertig wir haben „Ausverkauft !!!“ Nullo, Niente; Nada, Nichts geht mehr rein. Ausverkauft !!! Lasst uns niederknien selbiges zu preisen . „Ausver…“- Tschuldigung.

Zurück zu unserer Mission. Es gibt Probleme in der Abstimmung. Erst der Nachschub oder erst die Palisaden. Die funktionierende Logistik beantwortet die Frage. Der Proviantmeister steht vor der Tür und erbittet Einlass. Es kommt wie es kommen musste: Das Bier und zwar gekühlt. In einem großen Behältnis. Der Kühlwagen bewahrt uns davor den ganzen Kram gleich in die Hütte zu schaffen. Ein Cleverle der Gösta: Ja wenn es darum geht Arbeit aus dem Weg zu gehen, da weiß er wo der Hammer hängt. Der kostbare Anhänger wird strategisch in Position gebracht und getarnt. Man weiß ja nie. So, auf geht’s nach Seesen, die Bühne muss geholt werden. Zuvor noch rasch das locker drapierte Mobiliar zur Seite rücken und Platz für das Epizentrum schaffen und schon geht es los.

Das Einladen der unhandlichen Bühnenteile geht immer nach dem gleichen Ritual (Das muss so sein, um den Gott des Performing gnädig zu stimmen – Was besonders bei unserem Bühnen-Derwisch Claus immer von Vorteil ist).

Schlüsselmeister rufen. Parole sprechen „Wieviele diesmal“ „Acht“ „Große Füße“ „Nein, die Kleinsten“ “Damit wollt Ihr das transportieren“ „Logo“ „OK“. Nachdem dieses Einstiegs Mantra erfolgreich absolviert wurde, kommt der  körperbetonte Teil. Das erste Objekt wird von 2 Personen genommen und zum Fahrzeug getragen um dort mit möglichst ungelenken Bewegungen abgelegt zu werden. Das nächste Objekt wird auf gleiche Art und Weise bewegt allerdings wird hier bei Aufeinanderlegen noch das eine oder andere Körperteil gequetscht. Auch dies gehört zur Vollständigkeit diese wichtigen Rituals wie übrigens auch das permanente aussprechen von leise vorgetragenen Zauberformeln wie: „Scheiße sind die Dinger schwer“ oder „Warum kann ich mir eigentlich kein anständiges Hobby suchen“.

Das Ausladen und Aufbauen bereitet natürlich genauso viel Vergnügen und so geht die Arbeit leicht von der Hand.

So, PA und Bühne sind vor Ort. Trinkbares ist vorhanden´. Nun noch die „Backline“ holen. Bei Musikern ist das genau wie im EDV Bereich. Alles braucht seinen Fachbegriff. Eine Backline besteht, wie jeder weiß aus : Sidefills, Wedges, Amps, und anderem  nützlichen Zeugs. Nicht zu vergessen das Rack mit dem Delay und das Drum, den Mikes und noch vielen anderen Dingen die auch noch solch lustige Namen haben. Glücklicherweise brauchen wir aber auch noch Dinge die ich ohne Handbuch „Mucker-Deutsch, Deutsch-Mucker“ identifizieren kann. Lampen und die zugehörigen Ständer, Gitarren, schwarze Tücher die man an die Wand hängt damit das schön aussieht usw. aber auch das gehört halt zur „Backline“ . Rin in den Wagen und ab nach Kirchberg.

Rainer und Ralf sind mittlerweile auch aufgetaucht und stecken lustig die angeschleppten Einzelteile zusammen, das es, so glauben sie, hinterher wieder schön aussieht. Ach ja, klingen soll es auch aber im Augenblick soll es nur funktionieren, denn Soundcheck ist morgen.

Morgen geht’s weiter um 9:30 bei Gösta : Uhrenvergleich und Zapfenstreich

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