Advent – … when the smoke is going down 3

Sonntag minus 1 – 1 Hälfte des Tages – Die letzten Vorbereitungen

Ich bin zu vereinbartem Termin an vereinbartem Ort. Kommandozentrale am kleinen Teich. Diesmal muss ich aber nicht am Torwächter vorbei, diesmal kommt mir der ganze Tross bereits entgegen. Auf geht es wieder zum Ort des Geschehens, wo am Abend das Unausweichliche geschehen wird. Wir wollen unseren Vorteil wahren und das Schlachtfeld so präparieren, das wir die geografischen Gegebenheiten derart geschickt zu unserem Vorteil nutzen, um den Gegner in einen Hinterhalt zu locken. Nur so, glauben wir, werden wir den Hauch einer Chance haben, das vor uns Liegende halbwegs heil zu überstehen. Jeder Einzelne von uns weiß was das heißt : Soundcheck – Das böse Wort mit den 10 Buchstaben. Da stehen wir nun Reiner, Ralf, Gösta, Claus und meine Wenigkeit und erwarten den Zeremonienmeister für diesen Teil der Vorbereitungen. Ihm eilt der Ruf voraus seine Aufgabe äußerst sorgfältig abzuwickeln und um das zu erreichen, geht er mit brutalster Rücksichtslosigkeit zur Sache. Der Herr der Tausend Knöppkes: DocMarc himself betritt die Szenerie. Während wir uns auf die bevorstehende Aufgabe mental vorbereiten. Hierzu verwenden kleine Übungen die den Körper und Geist in Einklang bringen sollen: Transzendentale Meditation im Schneidersitz, Schattenboxen nach dem Ritus der Jedi-Ritter, Laufen über glühende Gummibärchen und natürlich das Abhören der Bandhymne „Lebt denn der alte Holzmichel noch“.

Während wir noch mit der Einstimmung auf den Soundcheck beschäftigt sind, hat sich bereits von Allen unbemerkt das Amazonen-Geschwader aufgemacht die andere Geheimwaffe des Abends vorzubereiten. Die Tische werden in die strategisch richtige Ausgangsposition geschoben. Mit ca. 5 Tonnen Grün und Bunt wird mittels Kerzen und anderer christlicher Symbolik eine Tarnung angebracht die durch den so entstehenden weihnachtlichen Gesamteindruck die später einlaufenden Massen geradezu automatisch entwaffnen wird.  Was soll ich sagen – Super. Wenn wir hier keine Unterstützung hätten, na dann gute Nacht. Die wichtigsten Dinge geschehen immer von Allen unbemerkt. Und auch auf diese Helfer wird noch eine weitere Aufgabe lauern – aber dazu später.

Mittlerweile Steht Ralf in den Startlöchern, bzw. sitzt an seinem Schlagzeug (tschuldigung) Drum. Die Bass-Drum (Pauke 1) wird eingestellt. Läuft prima. Nach 30 Minuten hört sich das Ding an als ob Clementine mit einem alten Kochlöffel auf einen leeren Ariel- Karton eindrischt. Die Unruhe wächst – DocMarc bleibt cool „Ich habe letztens eine Schädeldecke mit einem Treibhammer geöffnet. Das hatte sich zunächst auch so angehört“ Spachs, drehte einen kleinen geheimen Knopf und siehe da, heraus kam ein knackiger Punch (Das was beim Disco-Besuch immer so schön in die Bauchnabel kribbelt hat) wie es sich gehört für eine ausgewachsene Bass-Drum. Nun die 2te Bass-Drum,  und die Snare (das, was der Spielmannszug-Trommler  immer waagerecht vorm Bauch trägt) – Fertig nach nur 1,2 Stunden. Neuer Rekord.

Reiner ist der nächste. Er hat seine Geschütze schon in Stellung gebracht und heraus kommen die ersten Salven. Erst ohne PA (Das ist die Kurzbezeichnung für die riesigen, aufgetürmten Schachteln, rechts und links von der Bühne die laut machen) , dann mit PA: Schön und laut. Jetzt Claus: Schön und weniger laut. Jetzt Gösta: Laut.  ……..ja – und auch schön. PA runter und den Bühnensound einstellen. Alle zusammen zwo drei vier. Als das zusammengeht wird die PA wieder hochgefahren. DocMarc absolviert mittlerweile ein Marathontraining, da sein Arbeitsplatz quasi hinter der Bühne, der Bereich wo er seine Arbeit aber beurteilen kann, vor der Bühne ist. Nach einer Weile steht das Ganze.

Dieser Abschnitt ist überstanden jetzt kommt noch die Königsdisziplin. Gesangsmikros und um die Sache noch ein bisschen komplizierter zu machen, mein kleines Spielzeug mit den vielen Knöpfen. Gesangsmikros haben die Aufgabe den leisesten Teil einer Band hörbar zu machen. Da keine Hilfsmittel wie Verstärker oder Schlaghilfen  genutzt werden können, ist ein dünnes Stimmchen halt einsam und verlassen und braucht gewaltige Unterstützung. Jetzt ist allerdings das Problem, das ein laut aufgerissenes Mikro auch noch die anderen, bereits lauten Instrumente einfängt. Und hier beginnt das Problem, das sich zumeist in einem infernalischem Gepfeife darstellt. Pfeifen heißt in diesem Falle Feedback oder Rückkopplung. Pfeifen ist auch ein Feedback seitens des Publikums um sein Unwillen auszudrücken. Ich hoffe beide Arten von Feedback können wir heute Unterdrücken. Das technische hat DocMarc jedenfalls relativ schnell im Griff, auch wenn mein kleines knopfbewehrtes Kästchen zu meinen Füssen ihm einige neue Graue Haare beschert hat.

Es ist 14:30 noch 5 Stunden 30 Minuten. Der Countdown läuft. Jetzt gilt es nur noch die Täuschungs-Utensilien anzubringen. Lustige Lichter in allen Farben, die blenden sollen und bei Fluchtbedarf einfach abgesenkt werden um den Schauplatz in Dunkel zu tauchen. Als besondere Geheimwaffe haben wir diesmal, um einen möglichen Rückzug zu sichern, einen Nebelwerfer Typ Avalon. Ein Knopfdruck und wir haben die Original Smog-Situation wie ein typischer Sommertag in Los Angeles. Groovy.

Mittels Teppich und dem materialisierten Zaubertrank und Allheilmittel aller Mucker, dem Gaffa-Tape (eigentlich Textilklebeband, aber das klingt langweilig) werden noch die Fallstellen kaschiert und das war es dann. Wir haben Alles was uns möglich war getan. Jetzt kann nur noch der Mucker-Gott das Schicksal lenken.

Wir trennen uns noch einmal um jeder für sich die mentale Vorbereitung auf den Abend vorzunehmen. Nächsten Treffen 18:00 Uhrenvergleich und Ab.

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