The early tapes – Teil 4

November 20th, 2006

Part 4 : Living in a box : Singen in Einzelhaft

„Eye of tiger“ läuft – Gute Güte, das klingt ja richtig fett. Das Drum und die Gitarren sind zwar schon das was letztendlich in der Aufnahme bleibt, aber Bass wird noch neu eingespielt werden und, klar, Gesang fehlt noch. Außerdem wird fortwährend betont das das Ganze noch fertig gemixt werden muss. Für mich war klar, entweder die haben das so von der Stange gekauft oder die Jungs haben tatsächlich nicht gefeiert sondern ordentlich gearbeitet. Und das Studio ist auch nicht nur schöne Kulisse, sondern voll funktionstüchtig und offensichtlich von kompetenter Hand bedient (Nachzulesen bei Wikipedia: „Der Olli macht das schon“ ) Sollte ich diesmal meine Befürchtungen ein für alle Male beseitigen können und werden wir am Ende ein komplett fertiges Tonwerk in den Händen  das man sich auch anhören kann ???

Eine Hürde steht noch bevor : Mein Singsang.

Ich soll in die kleine Butze mit dem Mikro. Ich bekomme einen Kopfhörer darüber wird die Musi zugespielt auf die ich dann meinen Part zum Besten geben darf. Die Situation kenne ich aus meinem Keller, dort wo ich immer vor mich hin musiziere, in gehobener Zimmerlautstärke, daher der gewohnte Umgang mit dem Kopfhörer.

Mal sehen ob der Mix auch auf dem Kopfhörer das hält was er eben versprochen hat. Ich erwarte eine ohrenbetäubende Lautstärke oder ein zu leises Geräusch mit dem ich auch nichts anfangen kann. Wieder falsch. Olli spricht zu mir, über den Kopfhörer, ich solle deutlich machen wie laut ich die Einspielung und dann, nach ein paar gesungenen Testzeilen, meine eigene Stimme hören möchte. Wieder eine ungewohnte Erfahrung. Ich werde mich richtig hören können. Bei früheren Aufnahmesituationen absolut undenkbar. Nach ein paar Minuten passt die Sache und wir können starten.

Take 1 zum warm machen. – Regieanweisung aus dem Off: „Die Übergänge von Strophe zu Refrain wirken zu gehetzt. Vielleicht nehmen wir die Strophen und Refrains separat auf. Ok .

Take 2  Alles Einzeln. – Im Refrain ist ein Wort zu deutsch. OK.

Take 3 Nur Refrains – Vielleicht macht es sich gut wenn sich Strophe und Refrain überlagern. OK

Take 4 nur Strophen. 

Ich bin derweilen absolut überrascht, das ich bereits im ersten Take das Ende des Stückes richtig begonnen und beendet habe. Das liegt ausschließlich daran, das das Basis-take exakt so eingespielt wurde wie wir es immer im Übungsraum spielen. Da ja beim Einspielen der Gesang zur Orientierung fehlte (zur Erinnerung : ich hatte ja meinen Termin geschmissen – Es wird noch lange dauern dieses Trauma zu überwinden) hätten die Jungs ein Leichtes gehabt hier etwas völlig Anderes zu machen als sonst, aber nein die Aufnahme war genau so wie gewohnt. Gute Band, Guter Ralf.

In Erwartung die nächsten Regieanweisungen zu bekommen um wieder loszulegen, hörte ich nur „Von mir aus OK“ – Heureka. Geschafft.

Von wegen. Es fehlen noch die Engelschöre. Der Refrain braucht noch was rundes für den Background. Mehrstimmig. Meine schwache Seite. Ich singe doch immer allein, wie soll ich da die 2te Stimme finden. Nach kurzer Nachhilfe durch Musikprofessor Rainer habe ich dann auch die 2te Stimme gefunden, die ich dann auch einsingen musste. Eine unten die nur rummurmelt und eine andere die die Hauptsimme in der Oktave, oder ähnliches, begleitet. Das Einfachste halt. Den schwierigeren Part hat dann Rainer selbst übernehmen müssen. Guter Rainer.

Erst noch mal kurz reinhören und, ja – ich höre meine Stimme nicht besonders gerne aufgenommen, aber hier klang das Ganze doch etwas anders. Und wenn Olli meint Das ist Gut so – Er ist der Boss – oder meint er vielleicht damit : „mehr ist eh nicht drin?“  – Nein nicht schon wieder – Ich bin der Größte und Zweifel sind nicht nötig – Ich bin schließlich ja erfahrener Studiosänger ;-).

Dieses war der erste Streich und der zweite… dritte und vierte folgen sogleich.

Nach 3 Stunden sind alle 4 Songs drin und fertig – was den Singsang angeht.

Also Ihr Gitarrenmänner : Zieht blank …. Kobra übernehmen Sie :

The early tapes – Teil 3

November 17th, 2006

Part 3. Die Höhle des Löwen : Im Studio

Da ich wie erwähnt nicht konnte, hat der Rest der Gang die Basic-tracks ohne mein Geplärre aufgenommen. Wie ich hörte nahezu alle 4 Tracks in einem Stück. Mit entsprechender Nachtschicht, weil, das dauert natürlich.

Mucker, ohne Limit, nachts in geschlossenen Räumen und sie hatten auch noch,  wie sie bestätigten, tierischen Spaß dabei ?!?  Na, da möchte ich die Aufnahmen lieber nicht hören. Man kennt das noch vom Krautrock anno 1970. 1 Stück 36 Minuten davon 35,3 Minuten Solo aller Instrumente gleichzeitig – Na klasse.

So, so, das Studio ist prima und Olli (der Mann der Regler und Hausherr) ist auch gut drauf. Heureka, da ist ein Studiofreak der die 4 auch noch angestachelt hat mit Effekten zu spielen. Also, Amon Düül meets Dieter Bohlen. Mal sehn bei wem diesmal die Aufnahmen zwecks Nachbearbeitung im Nirwana verschwinden.

Sonntag ist der nächste Stichtag. Diesmal habe ich auch Zeit. Ist mir immer noch peinlich trotz guter Planung den letzten Termin geschmissen zu haben – Ich kann mir darum aber auch kein Gemeckere an den Aufnahmen erlauben – also Ohren zu und durch.

Treffen an vereinbartem Ort. Wo soll denn hier ein Studio sein ? Die anderen kommen auch, außer Ralf. Die Drums waren gleich beim ersten Duchgang im Kasten. Hä?  Entweder ist das die erste Bestätigung meiner Theorie oder die erste Session war nicht eine ausufernde Party sondern tatsächlich konzentrierte Arbeit ?  Allerdings Gösta ist auch nicht da – der hatte einen schweren Tag am vergangenen Samstag Abend ;-). Hat der vielleicht doch schon die Flinte ins  Korn geschmissen?

So, wo ist jetzt das Studio ? Hier rein und dann 256 Treppen hoch? Eine Bergwertung ?  Hier ist doch gar nichts! Ist doch alles leer! Oh – hier in diesem Stockwerk ist tatsächlich noch was. Die ersten Muckerutensilien (Verstärker, Mikroständer, Palmen,…) und dann in der letzten Etage direkt hineingebeamt in die Kommandozentrale der Enterprise.

Alles da, Riesen-Mischpult, jede Menge Effekte-Zeugs, Amps, Mikros, Sofas und eine Kaffee-Maschine. Rocker’s Paradise. Macht alles einen super Eindruck.

Claus gibt den Sightseeing Guide: Hier wurden also die Takes aufgenommen – Aha, hier stand das Drum welches mit einer Million von Mikros bestückt wurde. Der zugehörende Soundcheck hat Stunden gedauert. Ich fühle mit. Hier stehen die Gitarren Boxen: Ein Raum so groß wie eine Telefonzelle und schall-isoliert. Nur ein Mikro steht einsam und verlassen davor und erwartet tapfer Input.  Moment – wir sind 2 Etagen unter dem Studio wo der Amp steht. Welch Segen sind doch lange Kabel. Oben wird der Amp auf 10 (oder 12 oder 19) gedreht und Unten tönt die Box im vollen Marshall, Peavey, Fender, Was-auch immer- Sound – aber halt im obersten Stock nicht zu vernehmen – außer man lässt das einsame Mikro seine Arbeit tun. Das geht direkt ins Mischpult. Endlich dürfen die Gitarrenmänner auch mal das Gefühl des Vollanschlags beim Volume-Poti erleben ohne den donnernden Zorn aller Anwesenden.

Oben ist, na klar das Studio himself, Toilette und ein kleiner Raum mit Mikro. Ich ahne schon, das ist mein Kabuff. Da soll ich loslegen. Also vom Studio bin ich absolut angetan. Mehr als das – man fühlt sich gleich rundum Zuhause. Und der Meister von’s Janze scheint auch sehr nett zu sein. Selbst Mucker, aber keiner von dieser selbstgefälligen Art die man häufig trifft, die die Hobby-Mucker mitleidig und von ganz oben herab behandeln. Nein, das absolute  Gegenteil. A nice Guy und absolut bemüht für die Band die Aufnahmen optimal zu gestalten.

Rainer und Olli waren während meiner Sightseeingtour bereits die ganze Zeit dabei die nächsten Schritte zu besprechen.

  • Basis-take alle Stücke incl Drums   –   ok
  • Gitarren „Eye“   –   ok
  • Vocals alle Stücke   –   heute
  • Gitarren „Stranger“, „Sharona“   –   heute
  • Bass alle Stücke   –   Späterer Termin
  • Gitarren „I want ..“   –   Späterer Termin
  • Final Mix alle Stücke   –   Spätere Termine

Soweit, so gut. Jetzt war die Zeit reif. Die Stunde der Wahrheit. Mach mal „Eye“ an so weit wie wir sind. Das muß schließlich auf den Sampler. Ich zog schon mal instinktiv die Schulterblätter zusammen und den Kopf ein. Und dann kam das:

The early tapes – Teil 2

November 16th, 2006

Part 2. Die Managerkrankheit :  Wann

Wenn ich bedenke wie selten wir alle Gelegenheit haben den Übungsabend im Muckeraum zu begehen (für alle nicht Mucker : Muckeraum –  eines der wenigen letzten Reviere in denen Rocker noch in freier Wildbahn gesehen (bzw. gehört) werden können. Gekennzeichnet sind diese charakteristisch unter der Erde befindlichen oder sonst wie abgeschiedenen Räume durch das völlige Fehlen von Tageslicht und Belüftungsmöglichkeiten. In fast allen bekannten Fällen sind diese Refugien angefüllt mit allerlei Vorräten die diese Spezies für die rituellen Versammlungen benötigt – Einige sind mit Warsteiner andere mit Marshall beschriftet – Anm. der Red.), dann ist es ein eher aussichtsloses Unterfangen einen Termin zu finden sowohl alle unter einen Hut und dann noch einen freien Termin im Studio zu bekommen. Ha – Ich wusste es. Der Termin wurde verlegt, verschoben, verändert, geplant und abgesagt. Mein Weltbild über den gemeinen Mucker an sich ist wieder hergestellt.

Aber dann wurde es doch ernst. Ein Termin, keiner hat was anderes vor ?!?

Peinlich für mich – alle Anderen konnten und taten , nur ich musste in letzter Minute absagen. Ich glaube mein Problem bin ich selbst. Ich selbst erfülle meine eigene Prophezeiung das nicht sein kann was nicht sein darf  – Ich muss den Psychiater wechseln.  

General Daniels – The early tapes

November 15th, 2006

Von einer Band die auszog ein Liedlein aufzunehmen.

In einem normalen Band-Leben kommt immer irgendwann einmal der Tag an dem es unweigerlich dazu kommt. Aufnahmen – Wir brauchen dringend Aufnahmen.

Ich verfalle immer sofort in Schockstarre wenn sich dieser böse Geist wieder einmal heimlich eingeschlichen hat. Wahrscheinlich bin ich der Einzige in der Band der diese Probleme hat – die Anderen sind eh soooo coool.

Ich bin gebranntes Kind und bei den so genannten Aufnahme-Sessions diesbezüglich so oft bestätigt worden, dass ich auch dieses mal wieder den üblichen Reflex bemerkte. Vor meinem geistigen Auge liefen sofort vergangene Versuche aus alten Tagen ab. Immer die gleichen Abläufe : Spielen, Aufnahme anhören, Spielen, die Aufnahme anhören , Spielen, die Aufnahme ….. – und das immer mit dem selben Lied. Dabei war das Grausamste die Diskussion der gehörten Mitschnitte. Ich will mehr Bass, die Gitarren sind zu laut oder zu leise, Gesang ist eh unerträglich, etc, etc, etc. Am Ende der Session, nach ca 3-4 Stunden, wurde der nächste Termin schon geplant um dann beim Nächsten Mal das Gleiche Ritual durchzuführen. Da diese Recording-Orgie mit bandeigenen Mitteln gemacht wurde, die natürlich wie immer sehr begrenzt sind,  war das Resultat der Geschichte wenig berückend. Mit dem Entschluss beim nächsten Mal das Ganze etwas besser zu machen, wurde  die CD (oder Cassette) mit der Aufnahme einem der Bandmitglieder zur weiteren Bearbeitung übergeben und damit auf Nimmerwiedersehen dem Vergessen überantwortet. Auf jeden Fall war jetzt wieder für eine Weile Ruhe und man konnte wieder Spaß am Rocken haben- Bis zum nächsten Mal….

Jetzt war es also wieder soweit – und diesmal Im Studio – So, so die feinen Herren machen auf große Welt. Gut, ich bin jetzt relativ neu in der Band, aber wahrscheinlich läuft das hier genauso ab. Und Studio, ich habe schon Aufnahmen von Bands gehört die auch die Hilfe von Professionellen in Anspruch genommen hatten und das Resultat hatte mich nicht mehr mitgerissen als das Kratzen von Fingernägeln auf Schultafeln.

Alles schien auch diesmal wie gewohnt, und dennoch fing es irgendwie anders an :

Part 1. Das demokratische Ritual : Songauswahl

Das erste mal, wodurch ich irritiert wurde, war die Tatsache, dass sich ernsthaft Gedanken gemacht wurden was denn eingespielt wird. Es sollte ein Titel für einen Lokalen Sampler aufgenommen werden und dann noch ein Paar als Demo’s für Bewerbungen. Toll, das ist schon mal ein guter Ansatz, aber jetzt kommt gleich das Hauen und Stechen bzgl. der Titelauswahl. Pustekuchen. Der Tiger soll’s sein. Der soll dann auch auf die Platte. Und dann noch der „Stranger“. Claus sagt „Sharona“ und hat das sofortige Wohlwollen Aller. Meine „POP-Ader“ lässt mich noch „I want you“ sagen und alle stimmen ein: „Ja diese Viere soll’n es sein“ – Hä ???  Hat sich soeben Nord- und Süd-Korea verbrüdert oder was ist los. Hat uns der General ein Zeichen gegeben ?  Ist die Erde etwa eine Kugel ?

Remembering the good times ….

November 8th, 2006

Es ist eine Tatsache, dass man sich besser an etwas erinnert, wenn man eine Eselsbrücke hat. Etwas was man mit dem verbindet woran man sich erinnern möchte. Der berühmte Knoten im Taschentuch zum Beispiel. Ich weiß zwar nicht wie das funktionieren soll, bei mir reißt das dämliche Papier immer kaputt. Und wenn das dann doch funktioniert, wie soll man dann da noch aus vollem Herzen  voller Nase reinschnupfen. Außerdem soll man dann das triefende Stück Zellulose irgendwo archivieren um sich dann noch drüber an irgendetwas zu erinnern ? Brrr – Mich erinnert das nur an die Szene aus Ben Hur mit den Leprakranken – Ekelig.

Ich nutze lieber etwas Schönes um Erinnerungen wieder wachzurufen. Bei mir klappt das prima mit Musik. Wenn ich zum Beispiel „Kung Fu Fighting“ von Carl Douglas höre, erinnere ich mich noch ziemlich genau an eine Klassen-Karnevals-Party in der Mensa bei der ich als ulkiger Scheich gewandet das getan habe, was alle dort taten – was war das noch gleich ? Na ja ok. Ein bisschen Training gehört halt dazu.

Egal. Ich werde jetzt jedenfalls immer mal einen Rücksturz in die Zeit initiieren und Charts aus anno dazumal auflisten. Interessant ist das allemal was zu der jeweiligen Zeit angesagt war. Vielleicht kann zu dem einen oder anderen Titel  für jeden eine angenehme Erinnerung rausspringen. Vielleicht stellen wir aber auch fest, dass die Charts der letzten Woche genau die selben Titel enthalten, wie die aus der Vergangenheit. Ist ja eigentlich kein Wunder, da es ja Trend ist alte Songs aufzupäppeln und wieder neu zu verkaufen (Neuer Beat, ein bisschen rhythmisches Gequatsche, Dessous-Luder => Fertig) – Also quasi ein musikalisches Tachozurückdehen für alte Rostlauben. Machen wir ja auch, aber wir sagen ehrlich das das Cover sind.

Nun gut. Hier also der Zeitsprung um 30 Jahre in die Vergangenheit.

Die Deutschen Single Charts vom November 1976 (diesmal ohne weiteren Kommentar. Die Wirkung soll sich eigenständig entfalten ):

1.  Daddy Cool  Boney M. 
2.  Jeans On  David Dundas 
3.  In Zaire  Johnny Wakelin 
4.  Verde  Ricky King 
5.  Dancing Queen  Abba 
6.  Und es war Sommer  Peter Maffay 
7.  Silver Bird  Tina Rainford 
8.  Horoscope  Harpo 
9.  Beautiful Noise  Neil Diamond 
10.  Smile  Pussycat 
11.  I Only Wanna Be With You 
Bay City Rollers 
12.  Dance Little Lady Dance  Tina Charles 
13.  I’ll Meet You At Midnight 
Smokie 
13.  That’s Rock’n’Roll  Shaun Cassidy 
15.  Stiletto Heels  Sailor 
16.  Disco Duck  Rick Dees & His Cast Of Idiots 
17.  Frei – das heißt allein  Roland Kaiser
17.  Don’t Go Breaking My Heart 
Elton John & Kiki Dee 
19.  Money Money Money  Abba 
20.  Sommer in der Stadt  Wolfgang Petry 
21.  Lost Angels  Sweet 
22.  Die kleine Kneipe  Peter Alexander 
23.  Satin Sheets  Bellamy Brothers 
23.  Kiss And Say Goodbye  Manhattans 
25.  Spring über deinen Schatten, Tommy  Frank Farian 
25.  Aber bitte mit Sahne  Udo Jürgens 

   Geklaut Gecovert von http://www.springbock.de/fun/musik/charts/

… and now, the end is near

November 7th, 2006

Hier ist es : Das Ende des Internet – Achtung auf eigene Verantwortung

http://www.onlinewahn.de/ende.htm

Betrug!  Ich bin einer Fälschung aufgesessen !!

Das wahre Ende ist natürlich hier

http://www.endofthe.net/

oder doch hier ?

http://www.endedesinternets.de/ 

 

 

 

 

Memories of Yesterday 1 : Meat Loaf – Bat out of Hell

November 7th, 2006

Ich werde hier in lockerer Folge ein Paar der Highlights der Rockgeschichte (meine eigene subjektive Einschätzung) erwähnen. Hierbei werde ich beschreiben wie ich erstmals darauf aufmerksam  wurde und was sich daraus entwickelt hat, evtl auch ein paar Bemerkungen/Kritiken zu einzelnen Stücken und, wie im Falle dieser ersten Episode, auch einen aktuellen Bezug.

Nun denn, auf geht’s:

Es begab sich zu einer Zeit als das Fernsehprogramm noch aus 3 Kanälen (+1 sozialistischer Kommödien-Kanal – allerdings beschränkt sich meine Erinnerung hier nur auf die „Flimmerstunde“, den „Kessel Buntes“ und den „schwarzen Kanal“) bestand. Unterhaltungstechnisch war die Lage der Nation eher unspektakulär, aber ein kleiner unbeugsamer Sender im Norden der Republik kämpfte tapfer mit kleinen Sendeformaten gegen den großen Preis der Dalli Dalli Montagsmaler und Spaßversteher an. Bereits in den frühen 70ern begann der Zaubertrank zu wirken und entfaltete als „Beatclub“ seine volle Stärke. Leider zu Früh für mich, denn damals stand ich noch zu sehr unter dem Einfluss von Flipper, Skippy, Hitparade und Co. Den nächsten Schlachtruf folgte ich aber uneingeschränkt: „Musikladen“ 45 Minuten Musik im Stück. Ok, die Mischung war auch etwas exotisch (Telly Savallas, Luv, Boney M) aber es gab halbnackte GoGo Girls (Was ist aus denen eigentlich geworden ?!? )  und es fanden sich auch immer einige neue interessante Künstler, die absolut hörenswert waren. ….. und dort stand Er. Ein echt unansehnlicher, dicker Typ mit Rüschenhemd und Hosenträgern in Begleitung einer zierlichen Sängerin und mit einer echten Rockband hinter sich. „You took the word right out of my mouth“ – Right. Das war der erste Kontakt. Meat Loaf in der Glotze und dann dieser Dampf aus den Lautsprechern. The Who haben 1 Doppel LP für eine Rockoper benötigt. Dieser Typ benötigte nur 3,5 Minuten. Kino für die Ohren. Es war klar das angestaute Taschengeld der letzten Monate hatte eine neue Bestimmung: „Musik-Shop“, lange Straße. Am nächsten Tag nach der Schule war ich dort und, wenn das nicht Prophezeiung ist, die Platte war da. Erstaunlich bei der normalen Sortimentsvielfalt.

Über die Songs brauch ich nicht viel zu sagen. Das ist Rockgeschichte, aber „Bat out of Hell“, „Paradise by the dashboard light“ gehören noch heute zu meinen All-Time Favourites.

Zeitsprung: 93 –  Meat Loaf bei uns in der Provinz – ich werd verückt. Gut „Bat out of hell“ ist schon ne Weile her, aber Er in Gandersheim. – als Vorgruppe von Sweet ?!?. Egal, nichts wie hin. Auch wenn dem Auftritt im Vorfeld natürlich der Modergeruch einer abgehalfterten ewigen „Try to Comeback – Tour“ anhaftete, die Show war Granate. Stimmlich und optisch allerliebste  Sängerinnen, eine Band die auf den Punkt kam und Er in beneidenswerter Laune und Verfassung. Was hat er gerade zu dem Stück angemerkt das ich noch nicht kannte? Muß wohl neu sein. Habe ich richtig verstanden? Das war von der neuen Scheibe an der sie gerade mischen „Bat out of Hell 2“ ???   Wie gesagt: der Rest ist Geschichte.

Zu Halloween ist jetzt „Bat out of Hell 3“ erschienen. Dazu kann ich nur sagen. Hab ich auch schon und dreht auf meinem IPod in jeder freien Minute. Jetzt kann die Geschichte wieder aktiv werden.

  

Halloween – oder : wehe wenn der Kürbis kommt

November 6th, 2006

Yep – jetzt haben wir uns das Ganze endgültig einverleibt. Halloween ist die 6te Jahreszeit. Amerika sei Dank.

Der 31 Oktober war bei uns in Deutschland früher immer Weltspartag. Der Tag an dem die laufenden Meter voller Stolz ihre 25 Pfennige zusammenkratzen mussten und anstatt für Esspapier, Leckmuscheln oder ESKI (Softdrink Orange in Einwegpack – 5 Pfennig teurer als Milch) auszugeben. Dann ging es ab zum Kreditinstitut des Vertrauens (generell die Hausbank der Erziehungsvollzugsberechtigten) und das konnte man denn gegen den Eintrag in ein kleines blaues Heft und eine leere  Spardose eintauschen.

Tausche Weltspartag gegen Halloween.

Was ist aus Deutschland geworden? Anstatt den deutschen Urinstinkten weiter zu folgen und schön Kohle zu sammeln, werden jetzt wehrlose Kürbisse von ihren Eltern geraubt. Ihr Hirn wird dann mit kleinen Spachtelmessern rausgemeißelt um anschließend eine widerliche Fratze in die ebenmäßige Haut zu reißen. Das Ganze wird dann noch als Höhepunkt mit einer Kerze illuminiert – die sowieso beim ersten Windhauch wieder ausgepustet wird. Hört sich nach einem tierischen Spaß an.

Aber was soll das eigentlich ?!?

Ich glaube ja das war ein Einfall von Charles M.Schulze, seines Zeichens Erfinder der „Peanuts“, jener lustiger Zeichentrickgesellen um Charlie Brown, Snoopy und Linus. In einer dieser Episoden ging es um den Tag an dem der große Kürbis sich aus dem Feld erhebt und irgendwo hin fliegt – dann versiegt meine Erinnerung.

Jedenfalls ist für Amerika dieser Anlass wichtig genug um ihn als Feiertag zu begehen – Aus geringeren Gründen sind dort ja bereits Kriege angezettelt worden.

Egal, jetzt machen wir ja auch mit. Wir ziehen lustige Gruselsachen an und dekorieren mit allerlei Gedöns unsere Wohnungen, wobei Spinnen, Vogelscheuchen und Totenköpfe eindeutige Favoriten sind. Vor ein paar Tagen als ich per Zufall in eine Nachrichtensendung auf RTL zappte dachte ich noch : „Schau an, jetzt gibt es sogar eine Sonder-Rubrik zu Halloween, mit ein paar Dekorationsvorschlägen unserer Soldaten in Afghanistan. Schön das die Jungs so fern der Heimat das Feiern nicht vergessen haben. Erst später habe ich mitgekriegt, das das nicht die Militär Hobbythek war, sondern Fotos von einer nationalen Katastrophe. So kann man sich täuschen. Ich glaube bevor ich mir den Zorn von irgendwelchen Glaubenskriegern zuziehe, verbanne ich das Gruselzeug im Keller (neben meinem Videogerät) und gehe wieder mit meiner Barschaft  (immer noch 25, aber diesmal €Cent) zum Weltspartag und hole mir meine Spardose ab.

Ein großer Schritt für mich und ein kleiner Schritt für ….

Oktober 31st, 2006

Endlich geschafft ! Ich habe diese Seite mit unserer Hauptseite verlinkt. Ohne die richtigen Tools gar nicht so einfach. Mal sehen ob ich dann auch bald mal die Gelegenheit finde dieses Layout ein bisschen zu hübschen.

Für Alle die sich hierher verirrt haben, hier finden sich nur einige geistige Ergüsse wieder, die mir (und vielleicht auch später den anderen Kumpanen der Band) so täglich in den Sinn kommen. Wer Spaß dran hat kann weiterlesen, ansonsten gibt es ja immer noch den „Zurück“ Button.

Zum Blog – Was das ist  und was das hier soll,  ist in einem früheren Eintrag zu lesen. Ältere Einträge finden sich immer unten auf der Seite. Neuere Oben. Wenn eine Seite voll ist wird eine neue aufgemacht und man kann dann blättern. Zu jedem Eintrag kann ein Kommentar verfasst werden der dann wieder gelesen und kommentiert werden kann. Also dies kann und soll ein Dialog werden – Der Inhalt: nicht geplant, es kommt wie es kommt – aber das kann man ja unter auch schon erkennen.   

Adios, amigo VHS

Oktober 30th, 2006

Eine Ära geht zu Ende. Vorgestern habe ich Abschied von einem guten Freund genommen. Seit Herbst 1982 war er mein ständiger Begleiter in guten wie in schlechten Filmen.

Lebwohl Video – Rest In Peace.

Eine Neuanschaffung, todbringender Feind aller technologischen Senioren, machte es notwendig die Kommandobrücke unseres Unterhaltungszentrums (ich vermeide seit geraumer Zeit das Wort Entertainment im Zusammenhang mit dem Fernsehprogramm zu benutzen) neu zu ordnen. Mit andern Worten: Kein Platz mehr – irgendwas muss weg.

Man(n) trennt sich ungern von seinen Spielsachen, deswegen fiel die Entscheidung eigentlich auf eine Ausweitung der zur Verfügung stehenden Grundfläche – was allerdings am Veto der häuslichen Gesetzgebenden Kraft scheiterte (Frauen fehlt scheinbar irgendein Technik-Gen, sonst würden sie auch sofort die Notwendigkeit einer solch wundervollen und vollständigen technischen Infrastuktur einsehen). Wie gut das Man(n) noch Keller hat. Diese letzte Bastion der Freiheit – der Hobbyraum.

Hier stehst Du nun, Du VHS Gefährte aus vergangenen glorreichen Tagen. Wie lange ist es her, dass wir die Sternenkriege gefochten, die Titanic versenkt oder mit dem Wolf ein Tänzchen gewagt haben – immer in der Befürchtung, das das Band ein paar Falten mehr zugelegt hat, seit sich die Mechanik angewöhnt hatte einige Meter des Films einer radikaleren Bearbeitung auszusetzen.

Du stehst direkt neben meinem alten Cassetten-Deck (mit C nicht mit K !!!!) und dem Plattenspieler. Alles funktioniert noch und wenn ich mal viiiiiiel Zeit habe…

PS. Vielleicht ist es ja ein Zeichen, dass ich ausgerechnet am Samstag diesen Schritt vollzogen habe. Ich habe heute gesehen am Samstag lief auf ARD „The Ring“ – Wenn ich das gesehen hätte und anschließend hätte mich jemand angerufen, wäre ich ja leicht aus dem Schneider : „Isch  ’abe gar kein Video, Signorina“